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Funktion und Ästhetik des Zaunes



Früher hatten Zäune lediglich eine Schutzfunktion: Sie sollten das Weidetier und die Ernte vor wilden Tieren schützen. Diese Schutzfunktion wird dem Zaun in der heutigen Zeit auch noch zuteil. Er verleiht ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit und schafft zudem eine vertraute Atmosphäre. Zäune sorgen außerdem für den optischen Abschluß eines Grundstückes. Großer Wert wird zunehmend auf das äußere Erscheinungsbild des Zaunes gelegt, dennoch sollte man darauf achten, dass der Zaun optisch mit Haus, Garten und landschaftlicher Umgebung harmoniert und nicht völlig "aus dem Rahmen fällt". Beachten Sie bei der Zaunplanung das bundeslandspezifische Nachbarrecht - Informationen dazu erhalten Sie bei der zuständigen Gemeindeverwaltung.

Welche Zaunhöhe ist zweckmäßig?



Welche Zaunhöhe ist zweckmäßig? Zunächst einmal die, die Ihnen die Ortssatzung vorschreibt oder die in der Baugenehmigung erlaubt worden ist. Sie haben richtig gelesen: Baugenehmigung! Es ist also nicht möglich, einen 190 cm hohen Sichtschutzzaun anzubringen, wo sie wollen - etwa, um den Vorgarten abzugrenzen. Das kann Ihnen das Bauordnungsamt verbieten und es kann auch einen Abriss anordnen. Gehen wir aber einmal davon aus, Sie dürfen machen, was Sie wollen. Dann orientieren Sie sich bitte an diesen Maßen:
Garten- und Weidezäune
ca. 100 - 140 cm
Zäune zur symbolischen Abgrenzung
ca. 40 - 90 cm
Zäune zur Sicherung gegen Betreten
bis 80 cm (noch übersteigbar)
Zäune zur Sicherung gegen Absturz
(z.B. Kiesgrube)
110 - 120 cm
Zäune zum Schutz von Kleinkindern
und zum Schutz vor Tieren
100 - 140 cm
Sichtschutzzäune (Augenhöhe ›160 cm)
170 - 190 cm
Schutzzaun zur Absicherung vor Übersteigen
(mit Übersteigschutz)
200 cm
Lärmschutzzaun
nach Berechnung

Die verschiedenen Varianten eines Holzzauns



Der Aufbau eines Holzzaunes geht den meisten Heimwerkern gut von der Hand. Der Handel bietet fertige Zaunelemente oder Kanthölzer, Bohlen, Bretter, Stäbe und Leisten für die Selbstbau. Holzzäune sind die gebräuchlichste Art, ein Grundstück einzufrieden. Hier ein Überblick:
  • Der

    Jägerzaun

    Der Jägerzaun ist die oft gesehene Einfriedung für Einfamilienhäuser oder Siedlungen. Der Zaun besteht aus sich kreuzenden Halbrundprofillatten aus Holz und wird aus diesem Grund oft Scheren- oder Kreuzzaun genannt. Der Jägerzaun ist ein sehr kostengünstiger und dabei trotzdem attraktiver Blickfang für jeden Garten, ob er nun die gesamte Fläche einrahmt oder im Inneren nur einige Beete voneinander trennt. Ein ganz besonders großer Vorteil ist der einfache Transport, denn die einzelnen Zaunelemente lassen sich ziehharmonikaartig zusammen schieben und wieder auseinander ziehen.

  • Der

    Lattenzaun

    besteht aus geschnittenen oder gehobelten senkrecht stehenden Latten, wobei der Lattenquerschnitt rechteckig voll oder rohrförmig ist. Die senkrechten Latten sind vor zweiwaagerechten Trägern befestigt.

  • Der

    Staketenzaun

    weist ebenfalls eine senkrechte Brettlattung auf. Der Staketenquerschnitt ist voll, rohrförmig oder quadratisch, das obere Ende ist abgeschrägt. Die Staketen werden zwischen dem oberen und dem unteren Träger befestigt.

  • Der

    Palisadenzaun

    besteht aus senkrecht stehenden Lanzen, die einzelnen Palisaden sind an zwei waagerechten Trägern befestigt. Der Querschnitt ist rund voll oder rohrförmig, glatt oder gewellt. Rohrförmige Palisaden sind oben mit Spitzen verschlossen.

  • Beim

    Flechtzaun

    werden biegsame Bretter an einem unteren und oberen Holmen befestigt und um einen mittleren Holmen wechselseitig herum "geflochten". Die umgekehrte Variante mit senkrechten Pfosten, um die die biegsamen Bretter (Vorzugsweise aus Esche) gewunden, ist ebenfalls möglich, wenngleich auch Flechtzäune keine Marktbedeutung haben. Da das Montageverfahren zwangsläufig zu Zwischenräumen führt, eignen sich Flechtzäune auch als Rankhilfen für Schlingpflanzen, wodurch aus dem Flechtzaun eine Art Naturzaun werden kann.

  • Beim

    Bonanzazaun

    stand die Cowboy-Serie "Bonanza" aus den 60-er Jahren Pate. Im Prinzip ist es ein Lattenzaun, jedoch statt Latten wurden Bretter angeschraubt so, wie sie aus einem Baumstamm geschnitten wurden, also "unbesäumt", wie der Fachmann sagt und folglich mit ungleichmäßigen Rändern. Die Bretter können sägerauh oder ein- oder beidseitig gehobelt sein. Diese urwüchsige Variante eines Holzzauns ist keineswegs preiswert, denn aus dem Stamm geschnittene Bretter haben im Holzhandel ihren Preis.

  • Beim

    Bohlenzaun

    werden die einzelnen Bohlen entweder senkrecht mit stabilen Querhölzern verschraubt oder aber waagerecht in hölzerne U-Leisten gesteckt, die ihrerseits mit den Holzpfosten verschraubt sind. Diese Zäune werden auch Steckzäune genannt. Die fugenlos aufeinander stoßenden Bohlen verhindern natürlich einen Durchblick.

  • Der

    Sichtschutzzaun

    soll in erster Linie einen Sichtschutz bieten, wie der Name schon sagt. Folglich ist auch der Bohlenzaun ein Sichtschutzzaun - vorausgesetzt, er wird mannshoch errichtet. Auch der Begriff Dichtzaun hat sich eingebürgert. Ob Sichtschutzzaun oder Dichtzaun - ob diese Zäune nicht nur einen Sichtschutz, sondern auch einen Windschutz bieten, liegt an der Stabilität des Zauns wie seiner tragenden Elemente und deren Verankerung, denn der Zaun muss im Zweifelsfall auch einem heftigen Sturm standhalten. Gerade was den Sichtschutzzaun betrifft, bietet der Handel verschiedene Elemente an, insbesondere sog. Rundbogen und abgeschrägte Eckelemente.

  • Der

    Sichtblenden-Zaun

    ist eine Variante des Sichtschutzzauns mit dem Unterschied, dass keine Bretter oder gar Bohlen verarbeitet werden, sondern schmale Leisten. Sinnvoll sind Sichtblenden-Zäune vor allem dann, wenn die einzelnen Leisten auf Abstand gehalten werden, denn diese Zwischenräume bieten Schlingpflanzen einen guten Halt. Wurden z.B. Wicken ausgesät, entsteht gleichsam ein blühender Zaun.

  • Welches Holz ist für den Zaun das Beste?



    Eine gute Hilfe ist der Blick in unsere Liste mit den sog. Resistenzklassen für Holz. Und der zweite Blick sollte in den eigenen Geldbeutel gehen. Zäune aus Bangkirai sind praktisch unverwüstlich, aber preislich ein Luxusartikel. Besonders widerstandsfähig sind auch Zäune aus sibirischer Lärche. Das gilt auch für Zäune aus Eiche oder kanadischer Zeder, allerdings werden diese kaum als fertige Elemente angeboten und die Hölzer sind auch nicht gerade billig. Einen guten Kompromiss stellen Zäune aus druckimprägnierter Kiefer dar. Und im Kommen sind auch Zäune aus "WPC", einem Komposit aus Holzfasern und Kunststoff, das wie Holz bearbeitet werden kann und eine Lebensdauer hat wie Hartholz aus den Tropen.

    Wie man an dem Foto sieht, haben Billigprodukte, wie sie oft als Lockvögelchen im Handel angeboten werden, eine Verfallzeit von sieben bis acht Jahren. Da lohnt sich dann schon ein Zaun aus Hartholz wie Bangkirai, denn dessen Lebensdauer liegt bei 30 Jahren und mehr.
    Fotos: www.fotografen-online.de (9), ante-holz (1), Trend-Holz-Vertrieb (1)
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      10.03.2010   Seitenanfang  |  zurück  |  drucken  |